Totensonntag

Gestern war lt. Kalender “Totensonntag”. Im offiziellen kirchlichen Sprachgebrauch wird dieser Tag aber mittlerweile “Ewigkeitssonntag” genannt. Der Tag dient dem Andenken, der Trauer und dem Abschied von den Verstorbenen, dem Nachdenken über den Tod sowie dem Hoffen an die Auferstehung nach dem Tod. Der “neue” Name Ewigkeitssonntag soll nun die Perspektive der Auferstehung und des ewigen Lebens stärker betonen, als das bloße Totengedenken.

Es wird also ein Tag vorgegeben, an dem ich an meine lieben Verstorbenen denken soll. Und was ist an den anderen 364 Tagen? Dieser Tag ist doch genauso heuchlerisch, wie der Valentinstag. Hier bekommt so manche Frau rote Rosen geschenkt und der Mann ringt sich ein “Ich liebe Dich” ab, um seine Frau das restliche Jahr wie Sch… zu behandeln. Mein Mann vergißt fast jedes Jahr diesen Termin, trägt mich aber das gesamte Jahr auf Händen (der Ärmste, hoffentlich hebt er sich keinen Bruch).

Aber noch einmal zurück zum Totensonntag. Ich brauche diesen Tag nicht, es gibt soviele Momente im Alltag, wo ich mich an Episoden mit leider verstorbenen Menschen erinnere. Und genau diese Gedanken lassen diese weiter in meinem Herzen leben.

Fazit für mich: Für mich sind diese Tage nur etwas für Blumenläden.

Exhibitionismus

Wie exhibitionistisch veranlagt muss man sein, um einen Blog zu veröffentlichen? Allgemein gebraucht bedeutet der Begriff ja eine übertrieben intime Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit. Trifft das jetzt auf einen Blog zu? Sicher kann das zutreffen, wenn das private Leben bis ins kleinste Detail veröffentlicht wird. Bei diesen Leuten steigert es dann sicher auch das Selbstbewusstsein, wenn sie anhand der Besucherzahlen bzw. der Kommentare sehen, wieviele wieder auf ihren Seiten waren. Aber ich denke, für die meisten ist es einfach eine Aufarbeitung der täglichen Ereignisse und somit eine Art Lebenshilfe. Mir z.B. hilft der Blog unwahrscheinlich, das hätte ich nie vermutet. Meine letzte Attacke liegt schon eine ganze Zeit zurück und die letzten Tage ging es mir sehr gut. Womit der Sinn für mich erfüllt wäre …

PS: Im übrigen wirft die Frage nach dem Exhibitionismus eine andere auf: Wie voyeuristisch muss man sein, um einen Blog zu lesen? Sicher nicht mehr wie die anderen und hier bin ich der Meinung, dass wir alle ein bisschen voyeuristisch sind.

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